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Apo'strophen in der Presse
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Auf dieser Seite sollen mir zugesandte Zuschriften aufgelistet werden - unkommentiert.
Aber auch Reaktionen auf diese Seiten. Die neuesten Meinungen stehen oben...


20.5.2008:

Guten Tag, Herr Hofmann!
Ich hab mich mal wieder zur Beruhigung auf Ihrer Seite umgeguckt. Bin immer wieder verblüfft, wie man die deutsche Rechtschreibung verunstalten kann.
Bei einem Apostrophen ist mir allerdings eingefallen, dass er, sagen wir mal, nicht _so_ verkehrt ist wie die anderen. Ich meine das "Hallowe'en" vom 2.4.2008.
Diese Schreibweise ist in Deutschland tatsächlich ungewöhnlich. Aber im Englischen ist sie durchaus üblich, zumal das Wort "even(ing)" drin vorkommt. (Als ich es zum ersten Mal in dieser Form gelesen habe, kam es mir falsch vor. Darum habe ich mir diese Schreibweise gemerkt.)

Bis demnächst, und danke für die schöne Seite!

Peter Knorr


20.3.2008:

Skandal!
Man sich dran gewöhnt, an der Frittenbude mit Apostroph im Genitiv begrüßt zu werden. Hat ja auch sein Gutes: ein ehrlicher und ernst zu nehmender Hinweis auf die Qualität des Essens. Wer nicht am vermeintlichen Auslassungszeichen verzweifelnd das Weite sucht, verreckt zu recht am ranzigen Bratfett.
Doch was ich jetzt lesen musste, bedroht die deutsche Sprache in ihren Grundfesten: in "Joseph und seine Brüder" verteilt der Autor das Apostroph mit der Gießkanne.
Kostprobe: Im ersten Teil "Joseph und seine Brüder" liest man auf Seite 145 der limitierten Sonderausgabe des Fischer Taschenbuch Verlages:"...und landete auch so zu Esau's Füßen..."
Keineswegs ein verzeihliches Versehen, denn der zweite Fall wird in einem fort vergewaltigt. Dies allerdings nicht konsequent, denn auch die richtige Schreibweise ist zwischendurch zu finden.
Wir fragen uns, ob der Herr Mann sich für seine Vertreibung aus dem Vaterland rächen wollte oder ob vielleicht nur der Verlag bei der Korrektur gespart und die Aufgabe einem Praktikanten der Sonderschule übertragen hat.
Egal, das ist der Apostroph des 20. Jahrhunderts! Bitte veröffentlichen Sie die Angelegenheit und veranlassen einen Volksentscheid mit dem Ziel, Thomas Mann den Nobelpreis für Literatur postum zu entziehen.

Ein Zusender, der namentlich nicht genannt werden will...


24.2.2008:

Hallo! Vielen Dank für den steten Kampf gegen die Deppenapostroph'e ;-))

Mir ist jedoch bei dem Besuch vieler Restaurants und Geschäfte grundsätzlich aufgefallen, daß auch der richtige Gebrauch der diversen Akzente und auch die Rechtschreibung bei verschiedenen Spezialitäten eine unüberwindliche Hürde darstellen.
Wer hätte nicht schon eine Tomatencrémesuppe oder crépes suzêtte gegessen (auaaaaaaaa!!!)
Und - alles schon gelesen - wie oft gab es gebratene Obergienen (Untergienen waren gerade ausverkauft) und zum Spiegelei Kartenrauchschinken..... (dito !!!)

Übrigens war ich Ohrenzeuge, wie ein Team von Dekorateuren bei Peek&Cloppenburg Berlin-Tauentziehnstraße über eine Halbe Stunde benötigte, bis der Accent aigue beim Logo des Kleidungs-Labels René Lezard richtig angebracht wurde. Komentar der rätselnden Fachleute : " Die Designer lassen sich auch immer etwas Neues einfallen."
Da hilft auch kein Zwiebelfisch von Bastian Sick....
Sollten wir nicht ein Brevier für Gastronomen und Geschäftsleute auflegen?
Gruß, Ralf Vorwachs


2.1.2008:

Moin moin,
auf Grund einer Diskussion in der Newsgroup de.sci.electronics bin ich auf folgende Seite aufmerksam geworden, auf der sich u.a. ein Foto mit der Typo"Praxis Broll" findet:

PRAXI'S BROLLAUSFAHRT FREI'HALTEN

Ich habe nach näherer Betrachtung die Vermutung, dass es sich dabei nicht um Deppen-Apostrophen handelt, sondern schlicht um eine ungünstig gewählte Schrift. Betrachtet man Breite und Höhe der Buchstaben, so wird schnell klar, dass alle gleich breit und hoch sind und aus stilistischen Gründen der i-Punkt neben den Buchstaben gestellt wurde. Bei "Eingang" fehlt der Punkt zwar, dennoch ist der Raum für das dort verwendete 'i' ebensogroß wie der für die anderen Buchstaben.
Mit freundlichen Grüßen / kind regards / Met vriendelijke groeten, Sebastian Zündorf


19.12.2007:

Sei gegrüßt, Verfechter der korrekten Benutzung des Apostrophs!
Ich möchte nur anmerken, dass die Mehrzahl von "Apostroph" "Apostrophe" ist, wobei "Apostrophe" in der Einzahl ein rhetorisches Stilmittel ist. die Mehrzahl von "Apostrophe" ist "Apostrophen". Den Unterschied zwischen Ein- und Mehrzahl bei "Apostrophe" hört man bei der Ausprache. Ist das "o" betont ("lang"), so handelt es sich um die Einzahl.
Nun ist natürlich fraglich, ob "Apostrophen-Alarm" korrekt ist. Meiner Meinung nach nicht. Du beschränkst dich zwar auf die Apostrophs, aber der Rest der deutschen Sprache sollte auch "hübsch" sein.
Liebe Grüße, Johannes aus Stralsund


Am 2.10.2006 tauchte hier ein Pudding namens "Paula's" auf. Inzwischen hat der Hersteller den Namen geändert:


26.9.2007:

Hallo, bin Brite, wohne seit einigen Jahren in Berlin und widme ein Teil meines Blogs dem "Denglis(c)h", u.a. sind die Deppenapostrophe eine ergiebige Quelle von
lustigen Bildern.
Bin gerade bei der Nachrecherche auf Deine Site gestossen, sehr lustig :-)
Das Phaenomen kennt man in Grossbritannien unter dem Namen "grocer's apostrophe", weil man das vor allem beim Gemuesehaendler sieht ("apple's 50p" usw.), nette Sammlung hier.
Mit freundlichen Gruessen aus Berlin, Ian Barwick


1.9.2007:

Hallo, 2004 hatte ich schon einmal ein schlimmes Bild für die Apostrophenseite geschickt, 2005 habe ich noch viel mehr gemacht, aber leider versäumt, diese zu veröffentlichen. Die sind aber so zeitlos, dass sie auch in 2007 noch passen. Vielleicht ist ja hier auch Platz für ein Wiesn-Special :)
Die Münchner Wiesn ist schließlich ein Apostrophen-Paradies voller Brez'n, Würst'l und Schmanker'l – ich lasse mich gern herausfordern, meine Sammlung zu vergrößern.
Für deine Seite schicke ich jetzt mal stellvertretend nur meinen Liebling, die Ries´n Wies´n Schnitz´l Semm´l (naja, fast!) und verweise ansonsten gern auf mein flickr-Album. Über einen Link würde ich mich freuen. Für eine eigene Apostrophitis-Seite fehlt mir schlicht die Zeit. Also bittesehr: http://www.flickr.com/photos/cubitus/sets/72157601683214383/
(Die Wiesn 2007 startet übrigens am 22. September :-)

Viele Grüße, Oliver


30.8.2007:

Lieber G.M.,
ich hab' mir heut' deine Web-page (Web page oder auch webpage) ang'schaut und bin da auf zwei witzige Bilder g'stossen: Nudel'n und Ampel'n
Das könnte gut und gerne aus der tiroler oder schäbischen Ecke stammen und sind dann halt: Nudelen und Ampelen
:)
Lieber Gruss, Jürg'n


23.12.2006:

Hallo, ich möchte eine kleine Anmerkung zum letzten 2006er Bild machen: in romanischen Sprachen ist es durchaus üblich, dass man bei Großbuchstaben den Akzent in Form eines Apostrophs hinter den Buchstaben setzt, besonders im Italienischen: " è " wird dann zu " E' ", allerdings heißt es dort dann Caffè.

Frohe Weihnachten, Jan Christian Schinke


19.12.2006:

Hallo Herr Hofmann,

ich weiss nicht, ob ich mit diesem Hinweis bei Ihnen an der richtigen Stelle bin. Ich versuche es einfach mal.

Ich hatte Sie vor längerer Zeit auf einen Apo'strophen-Fall aufmerksam gemacht ("Auf der Reeperbahn nacht's um halb eins"). Das war einer der einfältig-harmlosen Missbrauchfälle beim Genitiv- oder Plural-S.

Diesmal ist die Sache ernster.

Es scheint so, dass große Unternehmen mit Hilfe willfähriger Journalisten dazu ansetzen, das Hochkomma für sich und ihren Tanz um die heiligen Markennamen zu vereinnahmen.

Aus einer Meldung auf www.f1total.com vom 7.12.2006: ".... So schob die 'Credit Suisse' bei der Übernahme der 'Kirch'-Tochter 'FEB' einen Kredit nach, trat die Forderungen aber später an die 'Kamos-Finanz' ab. ...." http://www.f1total.com/news/06120707.shtml

Und wenige Tage später, am 11.12.2006: ".... Ein britisches Fachmagazin enthüllte anschließend, dass es sich bei 'Microsoft MES' um ein Joint Venture zwischen dem Softwaregiganten 'Microsoft' und der McLaren-Gruppe handelt ...."http://www.f1total.com/news/06121107.shtml

Ich liebe das einfache (gerade) Hochkomma wegen seiner schlichten Eleganz und muss nun mit ansehen, wie es den johlenden Geschäftsleuten zum Opfer fällt.

Viele Grüße aus Hamburg, Jürgen Brastrup


22.8.2006:

Hallo Herr Hofmann,
durch einen Hinweis in einer Rundmail bin ich auf Ihre Homepage gestoßen und habe sie gleich zu meinen Favoriten genommen. Wenn Sie die folgenden Zeilen zu Ihrer Rubrik "Zuschriften" nehmen möchten, würde ich mich freuen.
Was erst recht zur Verwirrung beiträgt und desto mehr um sich greift, je mehr Menschen schreiben, ohne ihre Tastatur zu kennen, ist die bunte Vermischung von Apostrophen und Akzenten. Ob ' oder ´ oder ` zu verwenden ist, scheint vielen Einfachdrauflostippern völlig wurscht zu sein. Sehen Sie sich nur mal die Negativbeispiele an: Hans´s, Deutsch-Lk´s, ULLI`S, Info´s, Cafe´teria - wenn man genau auf die Bilder guckt, erkennt man, dass der (zweifellos falsche) vermeintliche Apostroph typographisch gesehen noch nicht mal ein Apostroph ist!

Ein paar Anmerkungen zu Negativbeispielen und früheren Zuschriften:
11.7.06, Muret-Sanders: In manchen Wörterbüchern wird der Apostroph zur Kennzeichung der Betonung verwendet. Zwar ist das nicht sein ursprünglicher Zweck, doch wenn man die Einleitung des jeweiligen Werkes gelesen hätte, könnte man das wissen. (Ob es im konkreten Fall auch so ist, ist mir nicht bekannt.)
Ich hatte mal eine alte Bibel, in der nur diejenigen Genitive apostrophiert wurden, deren Grundform auf einem Vokal-Laut enden, also z.B. "Eva's" und "Jesaja's", aber "Esthers" und "Adams". Ob dies den damals gültigen Regeln entspricht, weiß ich nicht; es könnte aber dasselbe Prinzip sein, von dem Florian Dombach und Peter Niessen Beispiele bringen, möglicherweise auch passend zum "Heidi"-Titelbild von T. Meier.
Zu Georg Siebert und Moritz Onken: Natürlich kommt das Wort "Video" aus dem Lateinischen und bedeutet "ich sehe". Logischerweise ist die einzig richtige Pluralform dann "Videmus" = "wir sehen"! ;-)

Viele Grüße, Jochen Beyler


15.8.2006:

Hallo Herr Hofmann,
über eine n-tv Bilderserie bin ich auf Ihre wunderbare Internetseite aufmerksam geworden. Großes Kompliment!
Eine kleine Korrektur vielleicht: In der Serie 2004 (und im n-tv) taucht ein Schild mit der Werbung für TIRAMISU` auf. Meiner Ansicht nach ist dieser "Apostroph" korrekt gesetzt, da es sich um einen Akzent (gravis) handelt, der bei Großbuchstaben hinter den betr. Buchstaben gesetzt werden kann.

MfG, Emilio Serra


9.8.2006:

Hallo Herr Hofmann,
vielen Dank für Ihre kurzweilige Seite!

Eine Anmerkung zu:
28.11.2005: Hallo! Warum sollen nur wir uns mit falschen Apostrophen herumschlagen? Esgeht auch im Englischen! (Aufgenommen an der ungarisch-rumänischen Grenze)
Zu Foto 2 (Reinigung): Angesichts der Unordnung in der Auslage und angesichts des Apostrophenfehlers ist dieser Slogan doch ernst gemeint! lg georg

Der vermeintliche Apostroph im Englischen ist eine Cedille unter dem Buchstaben "T" im Rumänischen eine Zeile höher.

Beste'n Gruß / Günther Plitt


5.8.2006:

Hallo, Herr Hofmann!
Schöne Beispiele für den allgemeinen Apostrophenwahnsinn haben Sie da gesammelt. Dafür zolle ich Ihnen Respekt. Ob es nun um „Steffi´s Kücheneck“ „link´s rum“ oder „für´s erste reicht´s mir“, mir dreht sich da jedes Mal der Magen um.
Am peinlichsten finde ich persönlich solchen Unsinn wie „aus Dicht des deutschen Volk´es“. Sie haben sicherlich auch ähnliche Fehlgriffe deutschen Schwachsinns gesehen.
Ich möchte allerdings die hier vorbeischauenden Leipziger mal bitten, von den LKWs der Firma Lamkewitz ein schönes Foto zu schießen und es hier zu veröffentlichen: „Lamkewitz – ein Leipzig’ER für den Tunnel“. Ja, gibt es denn so was?

In diesem Sinne, alles Gute! Herzlichst, Henning Uhle


4.8.2006:

Hallo Herr Hofmann,
erstmal ein Riesenkompliment für's ;-) Zusammentragen der vielen Negitivbeispiele zum Thema Apostrophenalarm. Ich bin begeistert und schließe mich kompromisslos der Idee an, die richtige Verwendung von Apostrophen in Deutschland zu propagieren.

Beim Durchblättern Ihrer Seite ist mir jedoch eine Aufnahme aufgefallen, die meiner Meinung nach nicht eindeutig einer Fehlverwendung des Apostrophs zuzuordnen ist: Ich spreche von der Aufnahme, die auf den 15.08.2004 datiert ist. Dort ist eine Eisschachtel abgebildet, auf der das Wort Tiramisu' steht. In der originalen italienischen Schreibweise ist dieses Wort mit einem Akut akzentuiert (tiramisù) damit die Endbetonung des U deutlich wird. Leider ist nicht jeder deutsche Typograph in der Lage, diesen accento acuto direkt auf dem Buchstaben darzustellen, weshalb auf den üblicheren Apostroph hinter dem jeweiligen Buchstaben ausgewichen wird. Daher ist diese Schreibweise meines Erachtens nicht komplett falsch.

Ich lasse mich jedoch gern korrigieren und würde mich über eine Antwort zu diesem Thema freuen.

Grüße, Christoph König


1.8.2006:

Grüss Gott Herr Hofmann,
mit grossem Amüsement Ihr Interview in der SZ lesend, habe ich schmunzelnd festgestellt, dass Sie eine alte deutsche Marke nicht aufs Korn genommen haben: “Kaiser’s Kaffee”. Diese Firma schrieb wohl schon seit Gründung den Markennamen mit dem Deppenapostroph, siehe z.B. dieses Litho (mit blau-weisser Kanne) von ca. 1945.
Wissen Sie, wie denn die Regelung früher war – gab es je ein Genitiv-Apostroph?

Mit freundlichen Grüssen von
Tobias Kaiser, MS, CIPS, Kaiser Associates, Inc


1.8.2006:

Guten Abend, Herr Hofmann,
durch den Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 01.08.2006 bin ich auf Ihre Homepage aufmerksam geworden.
Ehrlich gesagt : ganz verstehen kann ich Ihre Entrüstung nicht. Sicherlich, die dargestellten Schreibweisen entsprechen nicht den Regeln der deutschen Rechtschreibung. Aber bei diesen handelt es sich eben nur um Regeln und nicht um Naturgesetze (wie z.B. E = m c”). Solche Regeln sind dementsprechend veränderlich. Wer sagt denn, daß z.B. nicht die nächste Kultusministerkonferenz genau diese Schreibweisen zwingend vorschreibt. Das ist zwar aus heutiger Sicht äußerst unwahrscheinlich, aber wer hat denn vor 50 Jahren gedacht, daß bei der heutigen Rechtschreibreform so ein Schmarr'n herauskommt. Vielloeicht können sich dann alle diejenigen, die heute das Apostroph so wahllos setzen, als Protagonisten einer neuen Schreibkultur bezeichnen.
Übrigens : was ist eigentlich an dem Satz "Morgentz gebracht, abentz gemacht" falsch.
Der echte Depp outet sich dann, wenn er den Satz des Pütagora's wie folgt schreibt : a' + b' = c'

Viele Grüße, Harald Kucharcik, Olching


1.8.2006:

Hallo Herr Hofmann,
heute habe ich mich sehr amüsiert über das SZ-Interview zum Deppenapostroph.
Uns in Bayern ist klar: Dem Dativ ist des Genitiv sein Tod.
Wir brauchen zumindest beim Genitiv nicht groß nachzudenken, ob er mit oder ohne Apostroph geschrieben wird.
Da heißt es dann nicht Ullis Imbissbude oder Ulli's Imbissbude sondern schlicht: Dem Ulli seine Imbissbude oder der Maria sein Waschsalon oder dem Rudi seine Resterampe.
Was anderes ist es bei Ampel'n. Da ist der Apostroph nun wirklich sehr überflüssig. Das sieht auch gar nicht gut aus. Aber seit fast 100 Jahren ist immer noch nicht die Frage geklärt ob es Semmelknödel oder Semmelnknödel heißen muß. Karl Valentin war der festen Überzeugung, dass es Semmelnknödeln heißen muß, wenn man mehr als einen Knödel hat, weil mit einer Semmel lassen sich nicht zwei Knödeln machen. Mit einer Semmel kann man höchstens einen kleinen Semmelknödel machen aber niemals wenigstens zwei vernünftige Semmelnknödeln, denn das wären dann höchstens Semmelnschusser oder muß es dann heißen Semmelnschussern?
Die deutsche Sprache ist schon sehr sehr schwer.

Freundliche Grüße, A. Doll


1.8.2006:

Sehr geehrter Herr Hofmann,
seit Jahren ärgere ich mich jeden Tag über folgende Ladenaufschrift  :  (Firmenname) ... Lad ' l 
(Als ich die zum ersten Mal sah, bin ich in den Laden gestürmt und hab mich beklagt, die Verkäuferin, sagte nur, sie habe das noch gar nicht gelesen und ausserdem hätte sich die Chefin sicher etwas dabei gedacht )... :
...Lad'l  !!! 
Es gibt die schöne bayerische Verkleinerungsform von Laden =  (Das) Ladl. ... aber die vollkommen verblödeten Leute glauben, das Wort jetzt so schreiben zu müssen ... 
Dies nur ein Beitrag für Ihre Sammlung, von der ich heute zum ersten Mal las.

Grüsse, Heiner Henke


1.8.2006:

Sehr geehrter Herr Hofmann,

ein Blick in die Geschichte, lehrt einen, die ganze Hysterie um die neue und neueste Rechtschreibung etwas weniger ernst zu nehmen. Gerade habe ich mit meinen japanischen Studenten den Genitiv behandelt und kräftig geübt, als eine Studentin mit einer Erstausgabe von Johnna Spyris "Heidis Lehr- und Wanderjahre" auftauchte. Ich bin sicher, nach längerem Suchen liesse sich bestimmt noch Göthes (so unterschrieb er viele seiner Briefe ...) "Wilhelm Meister" mit Deppenapostroph finden.

Was meinen Sie zu Thal und Thür ohne "h"? Letzte Woche bemühte sich einer Ihrer Gesinnungsgenossen, der II. Orthographischen Konferenz von anno 1901 das Recht zu dessen Abschaffung abzusprechen.

Na, dann noch viel Spaß bei Ihrer weiteren Knipserei!

Mit freundlichen Grüßen
T. Meier


1.8.2006:

Lieber Herr Hofmann,
zum Thema Steinzeit-Apostrophen
Im Bilz stehen einige Eigennamen mit '. War das nicht früher so üblich?
Bei Thomas Mann lesen wir doch im Zauberberg die ganze Zeit von Settembrini's Gedanken und Madame Chauchat's Reizen, oder nicht
Ich gehe da mit Florian Dombach d'accord.

Gruss, Peter Niessen.


19.7.2006:

1978 gründete Otto Ineichen (also ein richtiger Schweizer, kein Anglo-Import) eine Firma, die zuerst "Otto's Schadenposten" hiess. Sie verkaufte zu Beginn vor allem Liquidationsposten aus Schadenfällen. Daraus wurde die Warenhauskette "Otto's Warenposten", seit 1. September 1999 nur noch (aber immer noch falsch) "Otto's". Das Ganze war also von Beginn weg wirklich ein Schadenposten! ;-
Der Gründer, der das operative Geschäft seinem Sohn übergaben hat, sitzt als Abgeordneter in unserem Nationalrat (Milizparlament, grosse Kammer).
Nachzulesen auf www.ottos.ch (Über uns / Geschichte).

Mit freundlichem Gruss, Thomas Kaegi


Lieber Herr Hofmann,
ja, ich möchte gerne zu den Klugscheißern gehören und Ihnen eine ach-so-schön missglückte Verwendung unseres Lieblingszeichens zusenden, von dem ich jedoch leider leider kein Foto habe. Es handelt sich dabei um eine vor ca. 5 Jahren gedruckte (nicht etwa vom Azubi handgeschriebene!) und im Ladengeschäft positionierte Werbeanzeige der Handelskette REWE für ein uns allen bekanntes Produkt:
-> Du darf'st Margarine... jetzt nur DM... usw.

Viel Spaß weiterhin und viele Grüße aus der Wesermarsch, Michael Bosse


Hallo.
Hier habe ich eine schier unerschöpfliche Sammlung von Deppenapostrophen zum Selberzusammenstellen gefunden.
Man suche bei amazon.de nach Wunschzetteln von Leuten. z.B. von einem oder einer "Müller". Das Ergebnis, das die Amazon-Seite zusammenstellt, enthält dann folgende Katastrophen-Apostrophen-Liste:
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1. Beatrice Müller's Wunschzettel
2. Jasmin Müller's Wunschzettel
3. thoralf müller's Wunschzettel
4. Robert-Oskar-Gustav Müller's Wunschzettel
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Ganz grausam: Man suche Wunschzettel von Herrn oder Frau Gans. Ergebnis:
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1. Kerstin Gans's Wunschzettel
2. Christian Gans's Wunschzettel
3. adalbert gans's Wunschzettel
4. Tobias Gans's Wunschzettel
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Argh!!! Daniel Tietze


Sehr geehrter Herr Siebert,

Sie sollten Ihre Zuschriften an Anti-Apostroph-Internetseiten in Zukunft besser recherchieren. Es ist schlicht Unfug, dass im Englischen das Plural-s apostrophiert wird, auch nicht bei Abkürzungen (vgl. die Website der Apostrophe Protection Society: http://www.apostrophe.fsnet.co.uk/index.htm).
Und selbst wenn dies so wäre, stellte dies noch lange keinen Grund dar, diese Praxis ins Deutsche zu übernehmen.
Dem hinzuzufügen wäre nur noch, dass die neue Rechtschreibung in vielerlei Hinsicht durchaus logischer ist als die alte. Das eingedeutschte Wort "Baby" muss eben auch deutsch in den Plural gesetzt werden, also Babys. Man kann sich doch hier nicht der Grammatik einer anderen Sprache bedienen!
Bedenken Sie, wo wir da hinkämen (bei Spaghettis z.B.).

Mit freundlichen Grüßen, Holger Zinnenspann


Hallo,

ich habe mit Interesse die Ausführungen Herr Sieberts zur Pluralbildung bei Englischen Abkürzungen gelesen. Er liegt aber falsch, denn auch dort ist ein Apostroph nicht richtig!
Zu diesem Thema möchte ich auf die Homepage der "Apostrophe Protection Society" verweisen. Man sieht, dass auch die Briten mit diversen "Apo'strophen" zu kämpfen haben.
Hier ein Auszug, der die Pluralbildung bei Abkürzungen betrifft:

3. Apostrophes are NEVER ever used to denote plurals!  Common examples of such abuse (all seen in real life!) are:

- Banana's for sale which of course should read Bananas for sale
- Menu's printed to order which should read Menus printed to order
- MOT's at this garage which should read MOTs at this garage
- 1000's of bargains here! which should read 1000s of bargains here!
- New CD's just in! which should read New CDs just in!
- Buy your Xmas tree's here! which should read Buy your Xmas trees here!
 
Viele Grüße und weiter so, auch wenn es ein Kampf gegen Windmühlen zu sein scheint!
Marco Schölch  


Sehr geehrter Herr Hofmann,

Die löblichen Beweggründe und Inhalte Ihrer Seiten in allen Ehren, fühle ich mich doch zu einem Kommentar genötigt: Unter "Steinzeit-Apo'strophen" führen Sie Kleinanzeigen von 1895 an. Eine offizielle, einheitliche und systhematische Rechtschreibung existiert allerdings erst seit 1902/3, als Konrad Dudens "Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache" (1880) für den deutschsprachigen Raum zum verbindlichen Standard erklärt wird.
Insofern kann der angelsächsische Genitiv in z.B. "Kneipp's Heilmittel" nicht als Fehler angesehen werden.
Vor 1902 finden wir derlei sogar in streng linguistischem Kontext; s. z.B. "das gothische Alphabet Vulfila's" oder "Schriften im Osten Palästina's" in Carl Faulmanns "Schriftzeichen und Alphabete" (Wien, 1880).

Mit freundlichem Gruß,
Florian Dombach


Liebe Leute von den wunderbaren Deppenapostroph-Redaktionen,

ich nehme an, auch Sie sind eifrige Harald-Schmidt-Gucker und haben den Deppenapostroph in seiner letzten Sendung und auf der Homepage entdeckt. Ich möchte Ihnen deshalb meinen Briefwechsel mit seiner Redaktion zur Kenntnis geben. Hier ist er:

Harald's Wahlschule?
Armer Harald, jetzt muss er auch noch unter dem Deppenapostroph leiden. Ist auch seine Redaktion unter die Deppen gegangen? Mit Deutschland geht's (Achtung, dieses ist kein Deppenapostroph!) bergab, ich wusste es schon immer. Vielleicht sollte man eine neue Partei gründen: die Deppenapostroph-Partei. Die könnte dann in Haralds (pardon, es heißt ja jetzt "Harald's") Wahlschule mit aufgenommen werden, und zumindest die Redakton wüsste, wen sie am Sonntag wählen würde.
Zur Ausreifung der Deppenapostroph-Bildung empfehle ich folgenden Link: http://www.deppenapostroph.de/

Hier gibt es noch die Chance, dass die Redaktion sich zur Deppenapostroph-Perfektion steigert und weitere Lustbarkeiten dieser Art bietet.
Mit deppenapostrophischen Grüßen
Waltraut Böttger


Die Antwort erhielt ich postwendend. Sie lautete:

Sehr geehrte Frau Böttger,
vielen Dank für Ihre Korrektur!
Wir bedanken uns für Ihre Bemühungen, unsere Sendung zu unterstützen!
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Online-Redaktion


Das hat mich umgehauen. Eine solche Antwort von der Harald-Schmidt-Redaktion, die wie eine Antwort von T-Online nach Reklamation einer unstimmigen Rechnung klang.
Also habe ich mich noch einmal aufgerafft zu einer neuen Mail folgenden Inhalts:

Ich bin überwältigt von dem Gehalt an Humor in einer Antwort aus der Harald-Schmidt-Redaktion.
Ganz so viel Geist hätten Sie doch auch wieder nicht versprühen müssen, es ist doch schließlich nicht für das Fernsehen. ;-)

Mit freundlichen Grüßen
Waltraut Böttger
:-)

Ich hoffe, dass Sie sich über diese meine Aktivitäten in Ihrem Sinne gefreut haben.

Auch für Sie deppenapostrophische Grüße
Waltraut Böttger


Hallo,
ich habe sehr aufmerksam deine Seite gelesen und ärgere mich auch jedesmal wenn ich wieder so etwas in meiner Umgebung entdecke.
Allerdings ist die eine Zuschrift von Herrn Siebert nicht ganz richtig.
Das Wort Video kommt zwar aus dem Lateinischen, ist aber kein Substantiv, sondern ein Verb und heisst "Ich sehe". Vidi dagegen würde heißen "ich sah" (vgl. veni vidi vici).
Ein vergleichbares Wort für das Video gab es im Lateinischen natürlich nicht, es sei denn es gab damals schon Videorecorder?! :-)

Liebe Grüße, Moritz Onken


Sehr geehrter Herr Hofmann,

es ist natürlich völlig richtig, was Sie auf Ihrer Seite anprangern: Apostrophen wie "Hofmann's Homepage" *g* ;-) sind absoluter Unsinn.
ABER: LP's, CD's und MC's sind völlig korrekt MIT Apostroph. Die zugrundeliegenden Wörter: Longplay, Compact Disc und Music Cassette, stammen nämlich ausnahmslos aus dem Englischen und sind daher auch englisch zu apostrophieren, da im Englischen Abkürzungen bei der Pluralbildung apostrophiert werden (weil nämlich der Plural von jedem dieser Wörter ein -s bedingte, also: "Longplays", "Compact Discs", "Music Cassettes", und dieser Plural in Abkürzungen eben durch "'s" angezeigt wird).
Ein komplizierterer Fall ist höchstens das Wort "Video": Es stammt nämlich aus dem Lateinischen, wird aber auch im Englischen unverändert so verwendet. Im Lateinischen gibt es das Apostroph gar nicht (es ist auch die Pluralbildung ganz anders, die Mehrzahl von Video wäre "Vidi" - naja *g*), im Englischen schon - allerdings nur dann, wenn a) das Wort auf s oder z endet (tut "Video" nicht), oder b) es ein Eigenname wäre (z. B. eine Firma "Video" würde in einem Angebot schreiben: "Video's unique offer blablalaber").
Beides ist nicht der Fall, ergo schreibt sich Videos sowohl im Englischen wie auch im Deutschen korrekt ohne Apostroph, da haben Sie völlig recht.

Ich bestreite nicht, daß die Rechtschreibreform einige Verwirrung verursacht hat, vor allem bei der Fremdwortschreibung (bei "Babys" statt "Babies" dreht es mir offen gestanden den Magen um), aber jemand, der eine Homepage entwirft, deren Ziel offensichtlich der Kampf gegen den falschen Apostrophen ist, und der diesen auch "alt", also Apostroph und nicht "Apostrof" (*würg*), schreibt, sollte auch so konsequent sein, RICHTIGE Apostrophe als richtig, nämlich unter Maßgabe der Ursprungssprache, anzuerkennen.

Liebe Grüße, Georg Siebert
Literaturforum Österreich